Also so als Wort zum Freitag und um Herrn Hörisch nicht das letzte zu lassen:
Ich glaube meine Kollegin Frau Dr. D. ist ihrem Fach Psychologie in einer grundsätzlich anderen Lage als die Frauen in den klassischen Naturwissenschaften und MINT und so.
Ich unterstelle jetzt einfach mal der Allgemeinheit, dass sie den Psychologinnen mehr Kompetenz in der Forschung zutraut. Kolleginnen in anderen Fächern, in denen Frauen exotischer erscheinen und wo die Schnittmenge mit Geschlechterstereotypen weniger groß sind, müssen da mit mehr Nichtbeachtung kämpfen.
Mechanismen die meiner Meinung nach Frauen hemmen:
– Alike-Prinzip – dh. ich fördere Menschen die mir sympathisch (oft == ähnlich) sind, und erst wenn auch ein paar selbstgefällig alte Professorinnen sitzen, sind das vielversprechende Forscherinnen.
– Double-Bind: Erfolgreich sein und sympathisch ist ein weiblicher Stereotyp, der noch mehr Bekanntheit erlangen muss. Es sind noch viele Menschen der Meinung dass sich bei Frauen Kompetenz und Sympathie nicht so gut vereinen ließen, wobei das bei männlichen Personen kein Wiedersruch scheint.
– gleiches Thema wie gerade, aber andere Richtung: Frauen müssen andere, die uninteressantes Zeug reden öfter unterbrechen, denn es ist nur die Wahl wem gegenüber eins unhöflich ist: Sich selbst und 50 Zuschauer_innen gegenüber, oder einem zuviel redenden Typen… ? …und über die Dinge reden, die wirklich wichtig sind.
– Antisexistisch aktiv werden, Sexismus benennen wo es ihn gibt. Beispiel mit Bezug auf gestern: Meine ehemalige Hiwine hat Programmiertechnisch und Linguistisch voll was drauf und arbeitet jetzt in Karlsruhe. Dass sie dazu auch noch echt gut aussieht, wurde ihr zum Beispiel von unserer Teamassistenz übel genommen, von wegen „aufgedonnert“ und so… Sehr interessant fand ich ja gestern im Film Maries schwarze schlichte Kleider, und den Gegensatz zu Jeanette… Labormaus. ? Na klar, ich hab mich meistens im Kollegenkreis auch so gut wie möglich getarnt.
– Sexpositivsmus: Ja, leidenschaftliche Menschen können sich für alles möglich begeistern, zum Besipiel für Forschung, zum Beispiel für Sex. Wir brauchen also mehr Sexpositivismus, mehr Polynormalität (…nicht -normativität, soweit geh ich ja gar nicht!) um zu verhindern, dass es schlecht auf leidenschaftliche Menschen auf sie zurückfällt, wenn sie wissenschaftlich leidenschaftlich sind, und dann dazu auch noch andere Leidenschaften kommen.
…Versuche, positiv zu formulieren, was anders sein soll.
Nach einer Podiumsdikussion zum Film Marie Curie.