Nicht/Nett gemeinte *trans*-Abwehr

„Ich glaub nicht, dass du trans bist!“
So die freimütig geäußerte Meinung einer Freundin, nachdem ich ihr von meiner Suche nach mir selbst erzählt habe.
Na klar, ich seh aus wie eine ganz normale junge Frau. Mein Körper ist eindeutig weiblich, hat schon Kinder zur Welt gebracht, zur Zeit hab ich lange Haare.
Aber darum geht es nicht, ums Aussehen. Es geht um die Diskrepanz die ich wahrnehme, zwischen meinem Empfinden von mir selbst, und dem wie meine Umwelt mich wahrnimmt. Und mich behandelt. Und ja, es gibt Trans*menschen die ihren Körper kaum akzeptieren können – da bin ich in einer besseren Lage, zumindest nicht in einer so krassen und eindeutigen.
Und trotzdem hab ich mich darüber geärgert, über den Satz. Über eine ungebetene Einschätzung oder Beurteilung dessen, dass ich mich mit dem mir bei meiner Geburt zugewiesenen weiblichen Geschlecht und dem wie ich damit behandelt werde nicht wohlfühle.
FAAB. Female assigned at Birth. Ein Augenöffnerwort. Das für manche einen schlichten Fakt beschreibt. Das für mich genau das ausdrückt was nicht passt.
Aber zurück zu gut gemeinten Kommentaren, Selbstberuhigungen, sagen „es kann nicht sein, was nicht sein darf“.
„Du bist halt auch im Stress, gönn dir mal ein bisschen Ruhe, dann wird das schon wieder.“ Ja. Klar. Verdammt nochmal nicht!
„Da musst du dich nicht reinsteigern.“
Tu ich nicht. Keine Angst, ich bin. introvertiert genug, um Themen sehr lange für mich selbst abzuwägen bevor ich mit anderen darüber rede. Und hab genug anderes im Kopf, um mich nicht unnötig an Themen aufzuhalten die mich nicht betreffen. Und ich weiß, ihr Leute die ihr versucht mich zu beruhigen, euch selbst zu beruhigen, die sagen, du bist doch in Ordnung so, das ist nett gemeint oder gedankenlos. Und ihr wisst nix über das Thema oder wenig, und ich auch, und Unbekanntes kann beängstigend sein. Aber vielleicht versteht ihr ja, dass ich gerade versuche Puzzleteile zusammen zu setzen. Und dass mir ein: „Also ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass dieses Puzzleteil an der Stelle passt!“ nicht besonders weiterhilft. Mich manchmal entmutigt.
Es gibt auch hilfreiche Menschen. Die sagen dann: „Ich kann mir zwar nicht vorstellen, was für ein Bild das wird, aber probier doch mal ob das Teil hier irgendwo passt.“